„In der Zeitarbeit verdient man doch weniger", dieses Vorurteil hält sich hartnäckig, stimmt aber so nicht mehr. Die Löhne sind tariflich geregelt, liegen deutlich über dem gesetzlichen Mindestlohn und werden durch Zuschläge und den Equal-Pay-Anspruch weiter aufgestockt. Wir erklären, was Sie 2026 in der Zeitarbeit tatsächlich verdienen.

Der Tariflohn: die Basis Ihres Gehalts

Seit dem 1. Januar 2026 gilt ein neues, einheitliches Tarifwerk (DGB/GVP), das die früheren iGZ- und BAP-Tarifverträge abgelöst hat. Die Löhne sind in Entgeltgruppen (EG1 bis EG9) gestaffelt, je höher die Qualifikation und Verantwortung, desto höher die Gruppe.

Die unterste Entgeltgruppe EG1 (Helfertätigkeiten) liegt seit Januar 2026 bei 14,96 € pro Stunde. Sie steigt in mehreren Stufen weiter:

Zum Vergleich: Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit Januar 2026 bei 13,90 € pro Stunde. Schon die niedrigste Zeitarbeits-Entgeltgruppe liegt also spürbar darüber, und qualifizierte Fachkräfte in höheren Entgeltgruppen verdienen deutlich mehr.

Branchenzuschläge: mehr Geld in vielen Einsätzen

Über den Grundlohn hinaus gibt es in vielen Branchen, etwa Metall und Elektro, Chemie oder Logistik, Branchenzuschläge. Diese erhöhen Ihren Stundenlohn gestaffelt nach Einsatzdauer im selben Kundenbetrieb, teilweise um 15 bis über 50 Prozent. Gerade in der industriestarken Region Hohenlohe-Franken machen diese Zuschläge einen echten Unterschied.

Equal Pay: gleicher Lohn nach neun Monaten

Ein wichtiger Baustein ist der gesetzliche Equal-Pay-Anspruch: Spätestens nach neun Monaten Einsatz im selben Kundenunternehmen haben Sie Anspruch auf das gleiche Arbeitsentgelt wie ein vergleichbarer fest angestellter Mitarbeiter des Betriebs. Wo Branchenzuschläge gelten, kann eine Angleichung sogar früher greifen.

Was noch dazukommt

Der reine Stundenlohn ist nicht alles. Zum Gesamtpaket gehören in der Regel:

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir eine Produktionshelferin in EG1 mit einer 35-Stunden-Woche: 14,96 € × 35 Stunden ergibt rund 524 € pro Woche bzw. gut 2.270 € brutto im Monat, vor Branchenzuschlägen, Schichtzuschlägen und Sonderzahlungen. Mit Zuschlägen und in höheren Entgeltgruppen liegt das Monatsbrutto entsprechend höher. Die genaue Höhe hängt von Qualifikation, Einsatzbranche und Arbeitszeit ab, wir rechnen es im Gespräch gerne transparent für Sie durch.

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